Wachs­tum

Mensch, bist Du groß geworden!

Den erstaunten Ausruf kennen wohl die meisten von uns aus ihrer Kindheit – und wahrscheinlich auch von sich selbst. Denn als Kinder fragten wir uns, warum sich die Älteren über etwas wundern, was doch eigentlich selbstverständlich ist. Wenn wir dann aber selbst älter werden, geht es uns genauso wie ehedem den merkwürdigen Tanten und Onkeln:

Wir werden vom Wachstum überrascht. Und das mag daran liegen, dass man es nicht sehen kann. Jedenfalls nicht, während es passiert.

Vorgestern lugte die Tulpe nur knapp über den Vasenrand. Heute reckt sie sich deutlich darüber ­hinaus. Was in der Zwischenzeit geschehen ist, haben wir nicht bemerkt: Wachstum.

Um über seine Natur mehr herauszufinden, muss man zu Hilfsmitteln greifen: zu einem Mikroskop zum Beispiel. Dann entdeckt man: Wachstum ist Zellteilung. Zell­teilung ist Energieumsatz. Und Energie kommt von außen. Nichts und niemand wächst von ganz allein.

Das gilt auch für ein Energie- Unternehmen wie ENTEGA. Auch wir wollen wachsen. Und auch wir brauchen dafür Energie. Die Energie unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie die Energie der Kunden und Lieferanten, die Energie von Menschen oder Organisationen, die uns inspirieren.

Deshalb erzählen wir in diesem Geschäftsbericht nicht nur die eigene Wachstumsgeschichte, sondern auch die von anderen. Anstatt uns über das Wachstum nur zu wundern, haben wir nachgefragt: Wie genau ist das vor sich gegangen? Was war der wichtigste Antrieb? Und wo gab es Hemmnisse?

So haben wir die Chance zu lernen, dass es bei Wachstum um mehr geht als um schlichte Größe oder Menge. Einfach nur mehr ist zu wenig. Mehr Windenergie ist deshalb gut, weil sie das Klima verbessert. Mehr Glasfaserkabel schaffen bessere Lebensqualität. Und mehr Elektromobilität verbessert die Luft in der Stadt.

Wachstum? Ist Energie, die ihre Form ändert, während man gerade nicht hinsieht. Und dafür sorgt, dass mehr zugleich besser ist.

FABIAN STRANSKY

Orte des Wachstums. Das schon. Aber die Bedingungen für das, was da wachsen soll, könnten besser sein. Das mobile Gewächshaus bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück, die hochprofessionelle Anlagen bieten. Genauso das Klassenzimmer. Ideale Lernumgebungen sehen wahrscheinlich anders aus. Und trotzdem wächst in diesen Räumen etwas: Erdbeeren in dem einen, junge Menschen in dem anderen Fall. Vieles hängt von der Umgebung ab. Aber nicht alles. Wo etwas wachsen soll, da muss neben einer guten Basis die Kraft auch von innen kommen. Aus einem genetischen Programm zum Beispiel oder aus persönlicher Motivation. Wachstum ist immer auch Verantwortung – für den eigenen Beitrag ebenso wie für die Gestaltung der Rahmenbedingungen.